Insolvenzverwalter und Medien
Insolvenzverfahren
Ein Insolvenzverfahren wird dann in Gang gesetzt, wenn das Amtsgericht durch Beschluss die Eröffnung des Verfahrens verfügt hat. In der Regel wird nach Stellung des Insolvenzantrages zunächst ein Gutachter bzw. vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt, dem die Aufgabe zufällt, zu prüfen, ob durch Sanierungsmaßnahmen das Unternehmen erhalten werden kann bzw. ob eine ausreichende Insolvenzmasse vorhanden ist.
Kompetente und angesehene Kritiker werfen einigen Insolvenzverwaltern vor, dass die Beurteilung, ob eine Sanierung geboten erscheint, respektive ob das Verfahren mangels Masse nicht eröffnet werden kann, vorrangig von persönlichen wirtschaftlichen Interessen des Insolvenzgutachters abhängt und nicht von den tatsächlichen Gegebenheiten. Am Zerschlagen des Unternehmens verdient ein Insolvenzverwalter in der Regel wesentlich mehr, als bei einer mühevollen Sanierung. Hinzu kommt die Macht und der Handlungsspielraum, der wesentlich größer ist, als die eines Geschäftsführers oder Vorstandes.
Wenn es um die „Kohle“ geht, kennen einige Insolvenzverwalter keine Skrupel. Dabei spielen die Gläubiger eine untergeordnete Rolle, obwohl der Insolvenzverwalter gerade diesen gegenüber nachhaltig verpflichtet ist.
Nicht selten werden gestandene Unternehmer von einigen Insolvenzverwaltern wie „kriminelle Subjekte“ behandelt, und im Rahmen des Insolvenzverfahrens spielen sich regelrechte Dramen ab.
Wenn Sie wissen wollen, mit welchen Methoden einige dieser Herrschaften vorgehen, sich maßlos bereichern, Firmen ausplündern, jährlich hunderttausende von Arbeitsplätzen vernichten und einen nachweisbaren Schaden von mehr als 10 Mrd. Euro anrichten, dann sehen Sie sich die Berichte und Videos auf den nachfolgenden Seiten an!
Quelle: Deutsches Zentralinstitut für angewandtes Insolvenzrecht,
Andree Wernicke: Kartell der Plattmacher, erschienen im ECON Verlag,
Panorama, Spiegel, Focus und Managermagazin
Der Focus berichtete bereits in seiner Ausgabe-Nr. 2/2005 über die unverschämte Abzockermentalität von Insolvenzverwaltern bei den Krankenkassen. Allein bei den Sozialversicherungsträgern wird ein jährlicher Schaden von 400 Millionen Euro verursacht.
Auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschäftigte sich mit den Machenschaften von Insolvenzverwaltern, deren Betrügereien und Hemmungslosigkeit.
In der Ausgabe-Nr. 18/2009 vom 27.04.2009 wird der Insolvenzverwalter Pluta zum Insolvenzfall „Märklin“ befragt und in diesem Zusammenhang von ihm unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass Insolvenzverwalter als „stille Firmenbeerdiger“ bezeichnet werden.
Auf die süffisante Frage, ob sich Pluta als Henker sehe, erwiderte der Schwabe selbstgefällig, „nein, aber als Gesundheitspolizist im Kapitalismus“. Ein merkwürdiger Vergleich, denn wenn ein insolventes Unternehmen als krank einzustufen ist, dann bedarf es eines Mediziners, der hilft und keines Polizisten, der den Kranken solange „verarztet“ bis er zu Grabe getragen wird.
Die Zeitschrift Manager-Magazin, Ausgabe 1/2009, veröffentlichte unter dem Titel „Mehr Henker als Helfer“ einen Beitrag, der sich mit einigen Insolvenzverwaltern beschäftigt, die Betrügereien und Unterschlagungen in Millionenhöhe begingen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind. Die Rede ist von 317 Fällen.
In der ARD-Sendung „Report“ (20.04.2009) wird ein besonders krasser Fall gezeigt, wie ein Insolvenzverwalter aus seinen Bekanntenkreis einen Unternehmensberater beauftragte, festzustellen, ob das Unternehmen “insolvenzreif” sei, obwohl diese Prüfung zu seinen Aufgaben gehörte. Und obgleich der Gutachter nichts bewirkte, zahlte der Insolvenzverwalter aus der Insolvenzmasse täglich € 3.000,00 und am Ende wurde die Leistung mit mehr als € 150.000,00 honoriert. Die Gläubiger wurden mit einer mageren Quote von weniger als 4% abgespeist.
Im gleichen Beitrag berichtet ein Aussteiger über die kriminellen Machenschaften einiger Insolvenzverwalter, wobei es vorrangig darum geht, die insolvente Gesellschaft zu zerschlagen und das Anlagevermögen zu verschleudern.
Der Informant, der bei einer Verwertungsgesellschaft tätig war, die für dutzende Insolvenzverwalter die Geschäfte einfädelte, erzählte auch über die Praktiken der Herren Verwalter. So sei es üblich, nur für einen Teil eine Rechnung zu erstellen, der andere Teil fließt in bar in die Taschen des Insolvenzverwalters und wird den Gläubigern vorenthalten.
Der renommierte Jurist Prof. Hans Haarmeyer vom Deutschen Institut für angewandtes Insolvenzrecht bemängelte in scharfer Form, dass viele Insolvenzverwalter Fremdkapazitäten einkaufen, die sie dann der Masse in Rechnung stellen.
Im Klartext:
Es werden Anwälte und Gutachter aus dem eigenen Umfeld eingeschaltet, die für ein üppiges Honorar aktiv werden und auf diese Weise mit dazu beitragen, dass vorhandene Substanz verbraucht wird. Nach Ansicht von Prof. Haarmeyer arbeitet nur ein Bruchteil von Insolvenzverwaltern gut.
Erschreckend ist seine Aussage, dass durch Insolvenzverwalter jährlich 100.000 Arbeitsplätze vernichtet werden und für die Gläubiger ein Schaden zwischen 10 und 15 Milliarden Euro pro Jahr entsteht. Dies sei nur möglich, weil viele Richter und Rechtspfleger nicht in der Lage sind, eine notwendige Kontrolle auszuüben.
Nachdenklich stimmt auch die Tatsache, dass eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts beharrlich unterlaufen wird. So hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass im Falle eines Insolvenzverfahrens Amtsgerichte (Insolvenzgerichte) nicht nur wenige ausgewählte Anwaltskanzleien mit der Erstellung der Gutachten und Durchführung des Insolvenzverfahrens beauftragen dürfen, vielmehr die Vergabe gleichmäßig an qualifizierte und fachlich geeignete Personen zu erfolgen habe. Davon kann keine Rede sein. Nach wie vor schöpfen wenige Großkanzleien den Rahm der “goldenen Insolvenzmilch” ab mit Traumhonoraren, von denen jeder Jurist und Wirtschaftsexperte nur träumen kann. So kassierte der Insolvenzverwalter Görg für seine Bemühungen bei der Abwicklung der Karstadt-Pleite satte 35 Millionen Euro. Noch üppiger fiel das Honorar beim deutschen Ableger der Investment Bank Lehman Brother aus. Stolze 45 Millionen durfte Verwalter Frege von der Kanzlei C’M'S’ Hache Sigle kassieren. Das sind nur zwei Beispiele von Vielen, die auf eindrucksvolle Weise dokumentieren, in welcher finanziellen Größenordnung die Insolvenzverwalterbranche jährlich arbeitet – nämlich zwei Milliarden Euro.
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