Insolvenzverwalter - unsere Meinung | Drucken |


Fast jede Woche erhalten wir Kenntnis von Gutachten, welches der vorläufige Insolvenzverwalter über eine von uns betreute Gesellschaft dem Insolvenzgericht vorlegt. Manche sind neutral und sachlich, andere eher Boshaft. Einige Sätze gleichen sich wie ein Ei dem anderen, vor allem, wenn es darum geht, uns zu verleumden und mit üblen Unterstellungen zu überziehen.

Wir sind die „Firmenbestatter“, wir schädigen angeblich Gläubiger, wir bereichern uns, und sind schlichtweg ein Ärgernis. Obwohl bis heute kein einziger Insolvenzverwalter nachweisen konnte, dass wir auch nur einen Euro aus dem Firmenvermögen entnommen haben, wird Gift in hoher Dosis versprüht.

Welche Motive liegen also den permanenten Attacken zugrunde? Futterneid scheidet aus, unser Honorar wird von den Gesellschaftern aus deren Privatvermögen vergütet, während der Insolvenzverwalter sich üppig aus der Insolvenzmasse bedienen darf oder sogar aus Steuermitteln bezahlt wird. Sind wir vielleicht lästige Mitbewerber? Wohl kaum, denn wir beraten lediglich im wirtschaftlichen Bereich, Insolvenzverwaltern dagegen ist der juristische Sektor in voller Bandbreite vorbehalten.

Also – woran liegt’s? Sind die Gründe direkt im jeweiligen Insolvenzverwalter zu suchen? Mit Sicherheit. Die Kritik am Geschäftsgebaren vieler Verwalter ist vernichtend. Vorwürfe reichen von Betrug bis Unterschlagung, von Veruntreuung bis hin zur ungerechtfertigten Bereicherung.

Das schließt keinesfalls aus dass sich die beteiligten Verwalter und Juristen hemmungslos aus der Insolvenzmasse bedienen. 

Von raffgierigen Insolvenzverwaltern ist die Rede, von Henkern und gnadenlosen Abzockern, die vorrangig ihr Eigeninteresse sehen und weniger das Wohl der Gläubiger. Um von diesen wenig schmeichelhaften Vorwürfen abzulenken, nutzen sie jede sich bietende Möglichkeit, Personen und Firmen, die sich mit der Abwicklung insolvenzbedrohter Firmen beschäftigen, als unseriös darzustellen.

Der Focus berichtete bereits in seiner Ausgabe-Nr. 2/2005 über die unverschämte Abzockermentalität von Insolvenzverwaltern bei den Krankenkassen. Allein bei den Sozialversicherungsträgern wird ein jährlicher Schaden von 400 Millionen Euro verursacht.

In den vergangenen Jahren beschäftigte sich auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit den Machenschaften von Insolvenzverwaltern, deren Betrügereien und Hemmungslosigkeit. In der Ausgabe-Nr. 18/2009 vom 27.04.2009 wird der Insolvenzverwalter Pluta zum Insolvenzfall „Märklin“ befragt und in diesem Zusammenhang unmissverständlich zum Ausdruck, dass Insolvenzverwalter als „stille Firmenbeerdiger“ bezeichnet werden. Auf die süffisante Frage, ob sich Pluta als Henker sehe, erwidert der Schwabe selbstgefällig, „nein, aber Gesundheitspolizist im Kapitalismus“. Ein merkwürdiger Vergleich, denn wenn ein insolventes Unternehmen als krank (im Gegensatz zu gesunden Firmen) einzustufen ist, dann bedarf es eines Mediziners, der hilft und keinen Polizisten, der den Kranken solange „verarztet“ bis er zu Grabe getragen wird.

Die Zeitschrift Manager-Magazin, Ausgabe 1/2009, veröffentlichte unter dem Titel „Mehr Henker als Helfer“ einen Beitrag, der sich mit einigen Insolvenzverwaltern beschäftigt, die Betrügereien und Unterschlagungen in Millionenhöhe begingen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind. Die Rede ist von 317 Fällen.

In der ARD-Sendung „Report“ (20.04.2009) wird ein besonders krasser Fall gezeigt, wie ein Insolvenzverwalter aus seinen Bekanntenkreis einen Unternehmensberater beauftragte, festzustellen, ob das Unternehmen insolvenzreif sei, obwohl diese Prüfung zu seinen Aufgaben gehörte. Obwohl der Gutachter nichts bewirkte, zahlte der Insolvenzverwalter aus der Insolvenzmasse täglich € 3.000,00 und am Ende wurde die Leistung mit mehr als € 150.000,00 honoriert. Die Gläubiger wurden mit einer mageren Quote abgespeist.

Im gleichen Beitrag berichtet ein Aussteiger über die kriminellen Machenschaften einiger Insolvenzverwalter, wenn es darum geht, die Firma zu zerschlagen und das Anlagevermögen zu verschleudern. Der Informant, der bei einer Verwertungsgesellschaft tätig war, die für dutzende Insolvenzverwalter die Geschäfte einfädelte, erzählte auch über die Praktiken der Herren Verwalter. So sei es üblich, nur für einen Teil eine Rechnung zu erstellen, der andere Teil fließt in bar in die Taschen des Insolvenzverwalters und wird den Gläubigern vorenthalten.

Der renommierte Jurist Prof. Hans Haarmeyer vom Deutschen Institut für angewandtes Insolvenzrecht bemängelte in scharfer Form, dass viele Insolvenzverwalter Fremdkapazitäten einkaufen, die sie dann der Masse in Rechnung stellen. Im Klartext: Es werden Anwälte und Gutachter aus dem eigenen Umfeld eingeschaltet, die für ein üppiges Honorar aktiv werden und auf diese Weise mit dazu beitragen, dass vorhandene Substanz verbraucht wird. Nach Ansicht von Prof. Haarmeyer arbeitet nur ein Bruchteil von Insolvenzverwaltern gut. Erschreckend ist seine Aussage, dass durch Insolvenzverwalter jährlich 100.000 Arbeitsplätze vernichtet werden und für die Gläubiger ein Schaden zwischen 10 und 15 Milliarden Euro (pro Jahr) entsteht. Dies sei nur möglich, weil viele Richter und Rechtspfleger nicht in der Lage sind, eine notwendige Kontrolle auszuüben.

Wie Insolvenzverwalter Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten und Schäden in Milliarden Höhe verursachen: 






Angesichts der Finanzkrise häufen sich Insolvenzen. Die von den Amtsgerichten eingesetzten Insolvenzverwalter aber werden wenig kontrolliert und sind nur selten bei der Rettung der Unternehmen wirklich erfolgreich. 

 
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